Das eigentliche Eiertrudeln ist schon sehr alt und geht bis ins 16. Jahrhundert zurück. Das Jävenitzer Eiertrudeln gibt es „offiziell“ seit Ostern 1995, inoffiziell aber schon mindestens 2 Jahre länger.

Es begab sich am Ostersonntag anno 1993. Da brach eine handvoll Burschen aus Jävenitz auf (auch um die Langeweile zu vertreiben), um sich bei einer scheinbar vergessenen Tradition einander zu messen. Der Ort war nicht rein zufällig gewählt, denn er sollte so viel miteinander vereinen; Größe, Natur, Geschichte, Tradition, Schönheit und noch so vieles mehr…Und so wanderten sie los, in der Tasche ihre Ostereier und etwas Wegzehrung.

Nach einem ausgedehnten Osterspaziergang erreichten sie schließlich den Jävenitzer Weinberg. Und frohen Mutes und in Erinnerungen an teils längst vergessene kindliche Tugenden nahmen sie ihre Eier und trudelten drauf los, bis ihnen die körperliche Ertüchtigung durch das häufige Erklimmen des Berges niedersetzen ließ, um sich an einem Gebräu edlen Gerstensaftes zu laben…

Erzählungen von diesem Tage ließ im folgenden Jahr 1994 schon ein Mehrfaches an Trudelwilligen zum Berge strömen, um im innigen Wettstreit der traditionellen Sportart nachzueifern. Auch hier waren schnell die Mühen und Anstrengungen durch den immer wiederkehrenden notwendigen Aufstieges zum Startpunkt der Rennstrecke zu erkennen. Eine Erfrischung und Stärkung mit etwas schäumendem Gebräu war dafür abermals die ausgleichende Belohnung.

Inspiriert vom Zuspruch wurde darüber nachgedacht, mit etwas Werbung vielleicht noch mehr Teilnehmer für dieses Osterritual zu gewinnen. Am Abend des traditionellen Jävenitzer Osterfeuers im Jahre 1995 wurde dann mit kleinen Handzetteln und Durchsagen im Tanzzelt auf das Vorhaben „Eiertrudeln“ aufmerksam gemacht. Und sie kamen. Quer durch alle Generationen, aber vor allem die Kinder waren geradezu enthusiastisch mit dabei.

Das Osterei hatte wieder einen Sinn…

Und von nun an war es kein Vorhaben mehr, es war das erste offizielle Jävenitzer Ostereiertrudeln.

Aber beim ersten Mal und bei so vielen Teilnehmern ging es teilweise etwas ungeordnet und chaotisch zu. Es wurde schnell klar, für einen richtigen Wettkampf mussten Regeln her! Und so begann die Entwicklung der ersten Startrampe, Absperrungen mussten aufgestellt werden, eine Siegerehrung mit Preisen, der ganze Rennablauf wurde neu organisiert. Und natürlich wurde auch an das leibliche Wohl gedacht…

Die „Eiertrudel-WM“ war geboren.

Und jedes Jahr wird von uns versucht, das eine oder andere zu verbessern, zu erneuern oder zu erweitern…